Mit der Sonderausstellung „Weg nach Süden“ erinnert das Landschaftsmuseum
Obermain vom 20. März bis 14. Juni 2026 auf der Kulmbacher Plassenburg an einen
bedeutenden, heute jedoch kaum präsenten Vertreter der fränkischen Romantik: Peter
Conrad Schreiber (1816–1894). Ziel ist es, das Œuvre eines Künstlers neu zu würdigen,
dessen Werk tief in der Landschaft und Kultur Frankens verwurzelt ist und zugleich von
internationalen Einflüssen geprägt wurde.
Schreiber, in Fürth geboren, erhielt seine Ausbildung unter August Wilhelm Ferdinand
Schirmer in Berlin, dem Nachfolger Carl Blechens an der Akademie der Künste. Studien-
und Wanderjahre führten ihn nach München und vor allem nach Italien – Erfahrungen,
die sein künstlerisches Selbstverständnis nachhaltig formten. Später wirkte er als
Zeichenlehrer am Nürnberger Egidien-Gymnasium und blieb seiner fränkischen Heimat
eng verbunden.
Seine Landschaftsgemälde zeichnen sich durch poetische Verdichtung,
atmosphärische Feinfühligkeit und eine ausgeprägte Naturverbundenheit aus. Sie
spiegeln die romantische Sehnsucht nach Harmonie und Erhabenheit ebenso wie eine
idealisierte Vorstellung von Landschaft als geistigem Erfahrungsraum. Besonders die
Eindrücke seiner Italienreisen – zwischen 1839 und 1841 – prägen sein Werk dauerhaft
und verbinden südliches Licht mit fränkischer Topografie.
Für die Ausstellung wird die größte private Sammlung von Werken Schreibers auf der
Plassenburg zusammengeführt und durch bedeutende Leihgaben ergänzt, unter
anderem aus dem Stadtmuseum Fürth, dem Stadtmuseum Nürnberg und dem
Germanischen Nationalmuseum. Dadurch entsteht ein umfassender Überblick über
Schreibers künstlerische Entwicklung – von den Ausbildungsjahren bis zur reifen
Hauptschaffenszeit.
Kuratiert wird die Schau von Dr. Silke Colditz-Heusl in Zusammenarbeit mit der
Museumsleitung. Ziel ist nicht nur eine regionale Wiederentdeckung, sondern auch die
Anregung eines überregionalen wissenschaftlichen Diskurses. Geplant sind Führungen,
ein begleitender Katalog sowie eine nachhaltige Dokumentation im Virtuellen Museum
für Nürnberger Kunst.
Die Ausstellung knüpft an das wachsende Interesse an der Romantik an und lädt dazu
ein, einen fränkischen Landschaftsmaler neu zu sehen – als sensiblen Chronisten von
Natur, Licht und Sehnsucht.
Die Ausstellung „Weg nach Süden“ ist noch bis zum 14. Juni 2026 auf der Kulmbacher
Plassenburg zu sehen. Weitere Informationen unter www.plassenburg.de.
Ludwig Märthesheimer
Mit freundlicher Genehmigung: ART. 5|III / Ludwig Märthesheimer